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Tos Varnsdorf - Neue Fräsmaschine kann Formen bis zwölf Tonnen Gewicht HSC-Fräsen


HSC für dicke Brummer. Die Hochgeschwindigkeitsbearbeitung sorgt derzeit für Furore, allerdings bei eher kleineren Teilen. Der tschechische Werkzeugmaschinen-Hersteller Tos Varnsdorf stellte jetzt auf der Messe IMT in Brünn eine waagrechte Fräs- und Bohrmaschine vor, mit der sich die unbestrittenen Vorteile der Hochgeschwindigkeitsbearbeitung auch bei sehr großen Teilen oder Formen nutzen lassen, die acht oder gar zwölf Tonnen auf die Waage bringen.

Dank HSC verringert sich die Bearbeitungszeit großer Aluminium-Formen um bis zu Faktor 10.


Im Vergleich zu den Formen, die Tos Varnsdorf mit der WFN HS “idea” genannten Maschine mit High Speed Cutting bearbeiten kann, sind alle bisherigen HSC-Anwendungen nur “Kleinkram”. Mit acht Tonnen Tischbelastung für die “kleine” Variante und gar zwölf Tonnen für die große Version spielt Tos Varnsdorf in einer anderen Liga. Dies gilt auch für die Verfahrwege: Zwischen 1.600 und 3.500mm in X, zwischen 1.400 und 2.500mm in Y und zwischen 1.000 und 1.600mm in Z sprengen bekannte HSC-Dimensionen. Dass bei diesen Wegen und Massen keine 2g-Beschleunigung machbar sind, wie sie so mache “Mini-HSC-Maschine” bereits erreicht, ist wohl jedem klar. Wer die bewegten Massen berücksichtigt, muss aber auch den dynamischen Werten der Neuentwicklung Respekt zollen: Formen mit acht Tonnen Gewicht bringt die WFN HS “idea” mit einer Beschleunigung von 2 m /sec2 in Schwung, der Arbeits- vorschub geht bis 15 m/min und der Eilgang beträgt 25 m/min. Wie Tos Varnsdorf-Mitarbeiter Rudolf Waclawic glaubhaft versichert, wären diese Werte ohne die bei Tos Varnsdorf vorhandene, fundierte Erfahrung beim Bau von großen Bohrwerken niemals möglich gewesen. Dies gilt aber sicherlich genauso für das Haus Siemens, denn als Antriebe verwendet Tos Varnsdorf hochdynamische Digital-Servoantriebe von Siemens, die sicherlich auch ihren Teil zur hohen Dynamik beitragen. Anders als bei den Antrieben lässt Tos Varnsdorf seinen Kunden bei der verwendeten Steuerung die Wahl. Standardmäßig wird die WFN HS “idea” – die Zielgruppe Formenbau lässt grüßen – mit einer Heidenhain TNC 426/430M ausgerüstet. Allerdings ist auf Wunsch auch die Applikation anderer Steuerungen möglich.

Neben der Fertigbearbeitung, für die Spindeln mit bis zu 24.000 min-1 und maximal 30kW zum Einsatz kommen, eignet sich die WFN HS “idea” auch für die universelle Nutzung. In diesem Fall belässt es Tos Varnsdorf bei Drehzahlen bis 12.000 min-1, geht für effektives Schruppen aber im Drehmoment wesentlich höher (bis zu 340 Nm gegenüber maximal 80 Nm für die Fertigbearbeitung). Haupteinsatzgebiet sind die Bearbeitung von Formen, Presswerkzeugen und Gesenken, wo nach Worten
von Rudolf Waclawic die Vorteile der Maschine voll zur Geltung kommen. Denn schon in der Grundausführung beherrscht die WFN HS “idea” die 3D-Interpolation der Werkzeugbahn. Und für Anwender mit formmäßig besonders anspruchsvollen Teilen lässt sich das System um weitere positionierbare oder voll gesteuerte Achsen erweitern. Der modulare Aufbau der Maschine schlägt sich auch in der Automatisierung nieder: Beim Werkzeugwechsel ist sowohl ein auf dem Ständer angeordnetes Kettenmagazin mit bis zu 60 Werkzeugen als auch ein lineares Magazin (maximal 40 Werkzeuge) auf dem Schlitten möglich. Und trotz der enormen Massen steht zur Minimierung der Nebenzeiten sogar ein automatisches Palettenwechselsystem mit zwei Paletten zur Verfügung. Allerdings reduzieren sich mit einem Palettenwechselsystem neben den Bearbeitungswegen auch die handhabbaren Werkstückgewichte (von acht auf fünf bei der kleineren und von zwölf auf acht Tonnen bei der größeren Ausführung).

http://www.tosvarnsdorf.cz


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