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Schlüsselfertige Automatisierung von Werkzeugmaschinen

: Kuka


Heitec steht mit seinen schlüsselfertigen Produktionsanlagen und Sondermaschinen für Kompetenz in Sachen Automation. Verbaut werden daher nur die hochwertigsten Komponenten. Bei den neuen, für DMG Mori hergestellten modularen Automatisierungszellen für Werkzeugmaschinen sorgen Roboter von Kuka mit ihrer kompakten Bauweise, ihrer hohen Präzision und ihrer Langlebigkeit für mehr Produktivität und untermauern so den Qualitätsanspruch von Heitec. Denn entscheidend ist hier – wie so oft – nicht das Produkt alleine, sondern das Gesamtpaket. Von Ing. Martin Gold, Journalist

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DMG Mori Heitec entwickelt am Standort Ardagger-Stift modulare Automatisierungszellen für Werkzeugmaschinen von DMG Mori.

DMG Mori Heitec entwickelt am Standort Ardagger-Stift modulare Automatisierungszellen...

Richard Heindl ist ein Österreicher, der auszog, um im Ausland Karriere zu machen. Vor gut 40 Jahren legte er mit der Gründung eines Drei-Mann-Ingenieurbüros in Erlangen, nahe Nürnberg, den Grundstein zur heutigen Heitec-Unternehmensgruppe. Aus dem ursprünglichen Ingenieurbüro entwickelte sich rasch ein Dienstleistungsunternehmen in Sachen Automatisierungssoftware. Und ganz offensichtlich war Heindl zur richtigen Zeit am richtigen Ort, denn sein Unternehmen wuchs kräftig und stetig. Die Folge: Um ein Rundum-Paket für seine Kunden schnüren zu können, wurde man in den Bereichen Anlagenbau und Maschinenbau aktiv – und diese nehmen zwischenzeitlich einen immer höheren Stellenwert ein. Heitec ist heute an 243 Standorten präsent, nicht nur in Deutschland, sondern mit eigenen Tochterunternehmen auch in Österreich, der Slowakei, in Ungarn, Rumänien und der Türkei.

Die Unternehmensgruppe beschäftigt in Summe etwa 1.000 Mitarbeiter. „Beliefert wird zu rund einem Drittel die Automobilindustrie“, berichtet Ing. Jürgen Hörlendsberger, Geschäftsführer der in Ardagger-Stift ansässigen Heitec Systemtechnik GmbH, „der Rest verteilt sich auf viele andere Branchen, wie Elektronik, Logistik, Medizintechnik oder die Luftfahrt.“ Nicht zufällig übrigens fiel die Wahl für den österreichischen Heitec-Standort auf das westliche Niederösterreich, stammt doch der Unternehmensgründer aus dieser Region. Die Lösungen werden bei Heitec disziplinübergreifend nach Kundenanforderung entwickelt und beinhalten neben der Mechanik auch die Elektronik und die Software. Der Schlüssel zum Erfolg liegt dabei zum einen in der hochwertigen Technologie, zum anderen an der Verlässlichkeit der Anlagen. „Nicht zu vergessen die Wirtschaftlichkeit, ein wesentlicher Faktor für unsere Kunden“, so Hörlendsberger, der ergänzt: „Gut, dass man darüber hinaus auf Mitarbeiter zurückgreifen kann, die Experten in ihrem Gebiet sind und so maßgeblich zum Unternehmenserfolg beitragen.“ Die Niederlassung
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Kuka-Roboter stehen mit ihrer kompakten Bauweise und hohen Dynamik im Mittelpunkt der modularen Automatisierungszellen. (Bilder: www.martingold.at)

Kuka-Roboter stehen mit ihrer kompakten Bauweise und hohen Dynamik im Mittelpunkt...

in Ardagger-Stift, die seit 2013 besteht, ist dabei auf den Sondermaschinenbau spezialisiert, oft mit Einbindung von prüftechnischen Komponenten, selbstverständlich automatisiert.

Gebündelte Digitalisierungskompetenz

„Bei uns steht nicht die Maschine im Mittelpunkt, sondern die Lösung für den Kunden“, gibt Hörlendsberger Einblick in die Heitec-Unternehmensphilosophie, „und dahinter steht nicht selten der Ideen-Pool unserer Mitarbeiter.“ Dazu gehöre es, nur die besten Komponenten einzusetzen, die Präzision und Langlebigkeit garantieren. „Man muss damit aber auch umgehen können“, so Hörlendsberger. Denn: Was nütze zum Beispiel die beste Steuerungstechnik, wenn dann die Kompetenz fehlt, diese vollumfänglich einzusetzen? „Gerade durch die Verankerung von Heitec in vielen Branchen mit unterschiedlichen Anforderungen haben wir Kompetenz für eine Vielzahl verschiedenster Systeme im Haus“, gibt Hörlendsberger seinen Kunden Sicherheit.

Dazu gehöre es unter anderem auch, eine Anlage mittels eines „Digitalen Zwillings“ zu simulieren. Die Möglichkeit, Abläufe schon vorab zu sehen, minimiert etwa Risiken bei der Inbetriebnahme, insbesondere, wenn es sich um vernetzte Produktionssysteme handelt. „Die Auswirkungen sind eklatant: Mithilfe des digitalen Engineerings lassen sich die Projektdurchlaufzeiten um etwa 20 Prozent und die Inbetriebnahme vor Ort sogar um bis zu 80 Prozent reduzieren“, schildert Hörlendsberger. Künftige Erweiterungen oder Änderungen der Anlage können mit Hilfe des Digital
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Flexible Einsatzmöglichkeiten sind inklusive: So ist der KR 22 R1610 Cybertech gleichermaßen optimiert für das Bauteilehandling, Montageaufgaben, das Palettieren oder das Schutzgasschweißen.

Flexible Einsatzmöglichkeiten sind inklusive: So ist der KR 22 R1610 Cybertech...

Twins parallel zum laufenden Betrieb geplant und getestet werden. So ergeben sich neue, flexible Möglichkeiten für die Produktion.

Mehr Wertschöpfung durch ganzheitliche Automatisierung

Die Priorität automatisierten Handlings bei Heitec hebt Hörlendsberger besonders hervor: „Bei uns gibt es kaum Anlagen, die ohne integrierten Roboter ausgeliefert werden.“ Das trifft auch auf das 2017 gegründete Joint Venture „DMG Mori Heitec“ zu, das mit modular aufeinander abgestimmten Lösungen insbesondere klein- und mittelständischen Unternehmen ein durchgängiges Automatisierungskonzept liefert. DMG Mori Heitec unterstützt dabei DMG Mori bei der Entwicklung und Realisierung flexibler Automatisierungslösungen, wie dem Werkstück-Handling. Durch die Bündelung der Engineeringkompetenzen des Werkzeugmaschinenherstellers mit der Automatisierungskompetenz von Heitec entstehen durchgängige und prozesssichere Lösungen vom Engineering, über Vorrichtungen, Tooling und NC- Programme bis hin zu integrierter Automation aus einer Hand.

Dafür bietet DMG Mori Heitec modulare Automatisierungszellen für Werkzeugmaschinen, die das Unternehmen in Ardagger-Stift fertigen lässt. Diese Zellen sind derzeit bereits in verschiedenen Ausführungen passend zu rund 20 Maschinentypen von DMG Mori verfügbar. Ständige Weiterentwicklung inklusive: Ziel ist es, Automatisierungszellen für rund 150 Maschinentypen anbieten zu können. Die Automatisierungszellen übernehmen das Be- und Entladen der Werkzeugmaschinen, können aber auch für weitere
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Vertrauensvolle Zusammenarbeit, die von der räumlichen Nähe der beiden Unternehmen zusätzlich profitiert: Ing. BSc. Alexander Ahrer (Kuka) und Heitec-Geschäftsführer Ing. Jürgen Hörlendsberger (rechts).

Vertrauensvolle Zusammenarbeit, die von der räumlichen Nähe der beiden Unternehmen...

Operationen wie Reinigen, Prüfen, Messen, Markieren und vieles mehr herangezogen werden. „Ein hoher Wert wird auf die Funktionalität und auf die erreichbare Taktzeit gelegt“, berichtet Hörlendsberger.

Flexible Alleskönner

In den modularen Automatisierungszellen für DMG Mori Heitec stellt, so wie in verschiedenen anderen Anlagen, ein Roboter von Kuka das zentrale Element zur Realisierung von Handling-Aufgaben dar. „Bei der Breite unterschiedlichster Kundenanforderungen aus einer Vielzahl an Branchen ist es ein großer Vorteil für uns, auf das breite Produktportfolio von Kuka zurückgreifen zu können“, ist Hörlendsberger vom umfassenden Angebot des Roboterherstellers überzeugt. „Beginnend bei den kleinen, flinken und präzisen Robotern der KR 3 Agilus-Serie bis hin zum KR 1000 titan für Schwerlasten findet sich für jede Aufgabe der richtige Roboter“, erklärt Ing. BSc. Alexander Ahrer, Account Manager der Kuka CEE GmbH. Besonders häufig, und insbesondere auch in den Automatisierungszellen für DMG Mori Heitec, werden Roboter der Serien KR Cybertech und KR Cybertech nano von Kuka verbaut.

Erstere sind Experten für das Handhaben großer Bauteile von 8 bis 22 kg mit Reichweiten von 1.612 bis 2.013 mm (Radius). Dabei zeichnen sie sich durch hohe Geschwindigkeiten bei gleichzeitig exakten Bewegungen aus, wobei es unerheblich ist, ob der Roboter am Boden, an der Decke oder an der Wand montiert wird. Wesentliches Feature ist außerdem die Kompaktheit, die den KR Cybertech für die Anwendung unter begrenzten Platzverhältnissen prädestiniert macht. Für kleinere Traglasten von 6 bis 10 kg eignet sich der KR Cybertech nano. Der Roboter ist sehr schlank, leicht und kompakt gebaut, dennoch muss nicht auf eine hohe Reichweite verzichtet
werden, sie liegt je nach Ausführung bei 1.420 bis 1.820 mm (Radius). „Mit einer Wiederholgenauigkeit von 0,04 mm zählt der KR Cybertech nano zu den exaktesten Robotern seiner Klasse, und er hält diese Präzision selbst bei maximaler Geschwindigkeit. Der mit lediglich 67 mm kleine Störradius gestattet Arbeiten an Stellen, die für andere Roboter unerreichbar sind. Und auch er kann an Boden, Wand oder Decke montiert werden“, versichert Ahrer.

Verlässliches Gesamtpaket

„Neben der durchdachten Robotertechnologie zeichnet sich deren Steuerung durch besondere Einfachheit und hohe Flexibilität aus. Ein nicht zu vernachlässigender Vorteil, insbesondere im Hinblick auf kollaborierende Roboter. Innovative und wirtschaftliche Produkte in diese Richtung sind in Entwicklung“, berichtet Ahrer. Zudem lässt sich via passender Schnittstelle der Roboter direkt in die Maschinensteuerung integrieren – die eigene Robotersteuerung kann so entfallen. Das Angebot von Kuka beginnt und endet aber nicht mit der Auslieferung des Roboters. „Zum Beispiel haben wir für die DMG Mori-Automatisierungszellen Hand in Hand mit den Heitec-Ingenieuren eine Robotersimulation entwickelt, um das Projekt vorab auf Herz und Nieren zu testen“, berichtet Ahrer von den Möglichkeiten, „und nach Realisierung steht Kuka mit seinem globalen Support- und Servicenetzwerk jederzeit zur Verfügung. Es ist das gebotene Gesamtpaket, weshalb sich Kunden für Kuka entscheiden.“

DMG Mori Heitec entwickelt am Standort Ardagger-Stift modulare Automatisierungszellen für Werkzeugmaschinen von DMG Mori.
Kuka-Roboter stehen mit ihrer kompakten Bauweise und hohen Dynamik im Mittelpunkt der modularen Automatisierungszellen. (Bilder: www.martingold.at)
Flexible Einsatzmöglichkeiten sind inklusive: So ist der KR 22 R1610 Cybertech gleichermaßen optimiert für das Bauteilehandling, Montageaufgaben, das Palettieren oder das Schutzgasschweißen.
Vertrauensvolle Zusammenarbeit, die von der räumlichen Nähe der beiden Unternehmen zusätzlich profitiert: Ing. BSc. Alexander Ahrer (Kuka) und Heitec-Geschäftsführer Ing. Jürgen Hörlendsberger (rechts).
Hohe Präzision bei kurzen Taktzeiten: Der KR 10 R1100 Agilus ist prädestiniert für schnelles und zuverlässiges Handling.
Ing. Jürgen Hörlendsberger, Geschäftsführer der Heitec Systemtechnik GmbH: Bei uns gibt es kaum Anlagen, die ohne integrierten Roboter ausgeliefert werden. Bei der Breite unterschiedlichster Kundenanforderungen ist es ein großer Vorteil für uns, auf das breite Produktportfolio von KUKA zurückgreifen zu können.


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Bericht in folgenden Kategorien:
Roboterlösungen, Automatisierung

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