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Noch flexibler automatisieren

: Hermle


Über 2.300 Besucher, darunter 900 internationale Gäste, konnten sich zur traditionellen Hermle Hausausstellung in Gosheim ein umfangreiches Bild über Produkte, Automationslösungen und die Hermle Dienstleistungen machen. Eines der Messe-Highlights war sicherlich das neue Robotersystem RS 05-2.

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Bearbeitungszentrum C 250 mit frontseitig adaptiertem Robotersystem RS 05-2.

Bearbeitungszentrum C 250 mit frontseitig adaptiertem Robotersystem RS 05-2.

Die 2. Generation des RS 05 kann nun frontal (C 250, C 400 und C 32) oder auch seitlich (C 12 und C 22) an die Hermle-Bearbeitungszentren adaptiert werden. Mit einem Platzbedarf von knapp 2,0 m² baut das Robotersystem sehr kompakt. Die Automatisierungseinheit kann je nach Anwendungsfall mit unterschiedlichsten Speichermodulen ausgestattet werden. Als System mit Einfachmatrize, einem Speicher mit fünf Teleskopschubladen mit Matrizenablage, einem Palettenspeicher oder auch als Kanban-System. Modularität steht dabei an oberster Stelle. Mit einem für den Bediener optimierten Zugang, kann sowohl der Arbeitsraum wie auch der Speicher für manuelle Einricht- oder Prüfarbeiten erreicht werden. Der Roboter kann Rohlinge/Werkstücke und auch Paletten mit bis zu 10 kg Gewicht einwechseln. Er wird auch für das Matrizenhandling aus und in die verschiedenen Speicher benutzt, indem er mit einer Zug- und Schubvorrichtung, adaptiert am Greifer, die Matrizen aus dem Speicher herauszieht oder wieder hineinschiebt. Der Roboter kann mit Einfach- oder Doppelgreifer ausgestattet werden und besitzt zur Reinigung der Spannvorrichtung auch eine zusätzliche Abblaseinheit.

Fritz the Bull und Ben the Bear

Nachdem bereits auf der IMTS der Bulle Fritz für Furore gesorgt hat, bekommt dieser nun Gesellschaft durch den Bären Ben. Der Bulle wurde auf einem 5-Achs-Bearbeitungszentrum C 650 aus einem Aluminiumblock (B x L x H 860 x 480 x 530 mm mit einem Gewicht von 600 kg) aus dem Vollen gefräst. Die Herausforderung an dieser komplexen 5-Achs-Simultanbearbeitung ist, den Rohling im Arbeitsraum der C 650 (X-Y-Z 1.050 x 900 x 600 mm) in zwei Achsen zu drehen (Störkreis 1.100 mm) und zu kollisionsfrei zu schwenken (Schwenkbereich +/-115°) und zu bearbeiten. Der Bär wiederum wurde auf einem 5-Achs-Bearbeitungszentrum C 42 aus einem schwarzen POM-Block (B x L x H 400 x 150 x 230 mm) ebenfalls
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Roboter im Automatikbetrieb – mit zahlreichen Rohlingen auf den Matrizenablagen in den Teleskopschubladen im Speichermodul.

Roboter im Automatikbetrieb – mit zahlreichen Rohlingen auf den Matrizenablagen...

aus dem Vollen gefräst. Programmiert wurde der Bär mit OpenMind und die Struktur basiert auf einem STL-Modell, welches aus vielen Dreiecksflächen eine 3D-Kontur erzeugt. Beide Werkstücke sind klassische „Showteile“ die so wirtschaftlich sicherlich nicht produziert würden. Mit der Umsetzung der Bearbeitung wird aber die Leistungsfähigkeit der Hermle Bearbeitungszentren Publikumswirksam in Szene gesetzt.

MPA-Technologie und besser fräsen

Additive Bearbeitung mit der MPA-Technologie und besser fräsen werden eins. Um anschaulich und auch etwas plakativ ein Bauteil aufzuzeigen, welches sowohl additiv gefertigt und im Anschluss zerspanend in Form gebracht wurde, präsentierte die Hermle AG auf der Hausaustellung 2019 ein Segelboot mit einigen Raffinessen. Zuerst wurde mittels der Hermle MPA-Technologie ein Rohling (B x H x T 400 x 200 x 100 mm) aus 1.4404 additiv gefertigt. Durch die Möglichkeit der Materialkombination sind bestimmte Stellen (Deck- und Dachfläche des Segelbootes) in Reinkupfer ausgeführt und ebenfalls additiv eingebracht.

Ebenso wurden durch den Einsatz eines wasserlöslichen Füllmaterials ein großer Hohlraum (Kajüte) erzeugt. Über die anschließende Bearbeitung wurden die Kupferflächen wieder freigefräst und auch die Fenster in die Kajüte gefräst, so dass man den Innenraum einsehen kann. Der Rumpf des Bootes ist in einer klassischen 5-Achs Simultanbearbeitung ausgeführt, wobei der Werkstoff 1.4404 sowohl den verwendeten Werkzeugen wie auch der gewählten Frässtrategie einiges abverlangte. Das Segel mit dem Mast wurde in einer separaten Bearbeitung klassisch in Aluminium ausgeführt. Über eine herkömmliche
Verstiftung wurden dann der Rumpf mit dem Mast und Segel verbunden. Das fertige Segelboot stellt bei Hermle zukünftig symbolisch die beiden Technologien additive Fertigung und 5-Achs-Fräsbearbeitung alles aus einem Haus dar.

Bearbeitungszentrum C 250 mit frontseitig adaptiertem Robotersystem RS 05-2.
Roboter im Automatikbetrieb – mit zahlreichen Rohlingen auf den Matrizenablagen in den Teleskopschubladen im Speichermodul.
Das fertige Segelboot stellt bei Hermle zukünftig symbolisch die beiden Technologien Additive Fertigung und 5-Achs-Fräsbearbeitung alles aus einem Haus dar.
Fritz the Bull aus Aluminium.
Für vier Tage öffnete die Maschinenfabrik Berthold Hermle AG Mitte Mai erneut die Tore zu ihrer traditionellen Hausausstellung.
Ben the Bear aus schwarzem POM Material während der Bearbeitung.


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Bericht in folgenden Kategorien:
Vertikal-Bearbeitungszentren, Roboterlösungen, Hausmessen

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