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Großmaschinenbau der Spitzenklasse

: FPT


Großteilebearbeitung ist heute mehr denn je gefragt. Mit dem steigenden Energiebedarf, immer größer werdenden Maschinen und Transportmittel, etc. werden die zu zerspanenden Komponenten stetig größer und komplexer. Sich als Unternehmen in der Großteilebearbeitung zu etablieren, macht daher mit Sicherheit Sinn. Doch woher bekommt man genaue, flexible und verlässliche Maschinen, um die Anforderungen der unterschiedlichen Branchen bewältigen zu können? Ein heißer Tipp ist die FPT Industrie S.p.A., aus der Nähe von Venedig. Bei einem Besuch vor Ort konnten wir hinter die Kulissen des Familienunternehmens blicken.

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FPT zeichnet hohe Fertigungstiefe und langjähriges Know-hows im Bereich der Herstellung großer, hochpräziser und komplexer Bohr- und Fräsmaschinen, sowie von Fräsköpfen und NC-Drehtischen aus.

FPT zeichnet hohe Fertigungstiefe und langjähriges Know-hows im Bereich der...

Autor: Ing. Robert Fraunberger / x-technik

Norditalien war schon immer ein guter Nährboden für die Werkzeugmaschinenindustrie. Dies stellt auch die 1969 gegründete FPT Industrie S.p.A. (FPT) unter Beweis. Mit rund 360 Mitarbeitern hat sich das weltweit tätige Familienunternehmen auf die Herstellung mittlerer bis großer CNC-gesteuerter Fräsmaschinen und Bohrwerke, hauptsächlich für den allgemeinen Maschinenbau, die Luftfahrtindustrie, den Energiesektor und den Werkzeug- und Formenbau, spezialisiert. „Aufgrund unserer hohen Fertigungstiefe und unseres langjährigen Know-hows im Bereich der Herstellung großer, hochpräziser und komplexer Bohr- und Fräsmaschinen, sowie von Fräsköpfen und NC-Drehtischen haben wir uns zu einem international angesehenen Innovationsführer entwickelt“, beschreibt Ing. Stefano Lenarduzzi, seit zwei Jahren Geschäftsführer bei FPT, die Stärken des Unternehmens.

In den letzten Jahren erwirtschaftete man stetig Umsatzzahlen um die EUR 100 Mio. – eine Krise blieb also aus. Dies war nicht zuletzt aufgrund der großen Zielgruppe und des umfangreichen Produktportfolios möglich. Seit der Gründung 1969 verkaufte man knapp 3.500 Maschinen. Hauptmarkt mit einem Viertel des Umsatzes ist Deutschland, aber auch Russland, China, Indien, Italien, USA und Resteuropa sind wichtige Absatzmärkte. Für den österreichischen Markt ist die FPT Deutschland AG aus Worms zuständig, die mit Kai Förster über einen sehr erfahrenen Niederlassungsleiter im Bereich von Großmaschinen verfügt.

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Innovation und Know-how

Viel Wert legt man bei FPT auf Innovation, deshalb ist auch der Anteil an Forschung und Entwicklung mit rund 12 Prozent des Umsatzes bzw. 60 beschäftigten Personen sehr hoch. „Wir besitzen 10 internationale Patente“, ist Ing. Stefano Lenarduzzi sichtlich stolz. Wie bereits angesprochen ist auch die Fertigungstiefe sehr hoch. Bis auf die Guss- bzw. Blechteile wird alles im Werk in S. Maria di Sala nahe Venedig gefertigt. „Dadurch können wir sehr flexibel auf Kundenwünsche reagieren und höchste Genauigkeiten gewährleisten“, so der Geschäftsführer weiter. Die größte je bei FPT gefertigte Maschine, eine Spirit 580 für die Herstellung von Dampfturbinen, hatte eine Gesamtfertigungszeit inklusive Entwicklung von lediglich 14 Monaten und das bei Verfahrwegen von x = 34.000 mm, Y = 8.000 mm sowie einem 250 t Tisch mit 6.000 x 8.000 mm Aufspannfläche. „Alle Maschinen werden bei uns im Haus getestet – wir verwenden dabei keine Masterbetten und bürgen dadurch für höchste Qualität“, hebt Ing. Stefano Lenarduzzi ein weiteres Qualitätsmerkmal der Italiener hervor. Dies unterstreicht nicht zuletzt auch das ISO 9001-2000 Zertifikat.

Thinking Heads

Der Slogan von FPT kommt nicht von irgendwo her. Seit Firmengründung entwickelt und fertigt man auch alle Fräs- und Bohrköpfe selbst – vielleicht auch das Geheimnis des Erfolges, aber mit Sicherheit für das rasante Wachstum mitverantwortlich. „Das Know-how das in unseren Köpfen steckt, ist nicht kopierbar – dazu Bedarf es jahrzehntelanger Erfahrung, daher kommen unsere Köpfe auch nur in
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Thinking Heads: Über 100 verschiedene Kopfsysteme stehen zur Verfügung wobei der stufenlos einstellbare Universalkopf TUPC mit Hirtverzahnung und patentiertem Klemmsystem sicherlich das Highlight darstellt.

Thinking Heads: Über 100 verschiedene Kopfsysteme stehen zur Verfügung wobei...

unseren eigenen Maschinen zum Einsatz“, erklärt der begnadete Techniker, denn bevor er Geschäftsführer wurde, war Ing. Stefano Lenarduzzi lange Jahre als technischer Leiter tätig. Daher kennt er auch seine Produkte wie kein anderer. Über 100 verschiedene Kopfsysteme stehen zur Verfügung, wobei der stufenlos einstellbare Universalkopf TUPC mit Hirtverzahnung und patentiertem Klemmsystem sicherlich das Highlight darstellt. Bis zu 10 Köpfe können automatisch in die Bearbeitungsmaschinen eingewechselt werden. Als Option bietet man zusätzlich noch die Funktion Autocal (Anm.: kalibrieren des Kopfes) an.

Verlässliches Service

Bemerkenswert ist auch der Umgang mit dem Service der verschiedenen Köpfe. Wird dies nötig, bekommt der Kunde einen äquivalenten Ersatzkopf und kann nahezu ohne Stillstandszeiten weiterproduzieren. Erst nach ausgiebigen Tests kommt der servicierte Kopf wieder zum Kunden zurück.

Insgesamt sind von Italien aus 34 Servicetechniker im Einsatz. „Zusätzliche zu den sieben Technikern in Deutschland können wir daher ein verlässliches Service anbieten und somit die Verfügbarkeit der Maschinen unserer Kunden sehr hoch halten“, erwähnt Kai Förster ein heutzutage wichtiges Verkaufsargument. Umfangreiche Ersatzteillager mit einem 24 Stunden Lieferservice tragen zum Erfolg bei. Natürlich bietet man auch Teleservice mit englisch- und deutschsprachigen Mitarbeitern an. Nach modernsten Erkenntnissen ausgerüstete
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Schulungsräume für CNC- und CAM-Technolgie runden das Angebot ab.

Umfangreiche Produktpalette

Durch die Übernahme von CASTEL, einem führenden Hersteller von Bohrwerken mit beweglichem Maschinenständer, konnte FPT im Jahr 1997 seine Produktpalette nochmals erweitern. In Summe bieten die Italiener zehn modulare Produktionslinien mit Bohr- und Fräsköpfen, Spindeln und Automation sowie hydrostatisch gelagerten NC-Drehtischen an ­– alles in Eigenfertigung. Dazu zählen HSC-Portalmaschinen, HSC-Fahrständer-Bearbeitungszentren, Tischbohrwerke, vollhydrostatische Bohr- und Fräswerke sowie Karusselldreh- /Fräszentren.

Box in Box Konzept

Hervorzuheben ist unter anderem das intelligente Box in Box Konzept des Ständers und Schlittens bei FPT. Diese speziell, patentierte Konstruktion ermöglicht es dem Fräskopf sehr weit an den Boden bzw. Tisch heranzufahren, ohne dass ein aufwändiges Fundament nötig ist. „Der symmetrisch-monolythische Ständer führt mittig den geschlossenen Schieberschlitten. Der Ständer verfährt direkt auf dem Maschinenbett unter Verzicht auf zusätzliche Unterschlitten (Anm.: patentiertes System). Diese Lösung garantiert höchste Eigensteifigkeit, Feinzustellung und Präzision in jedem Anforderungsprofil“, erläutert der Geschäftsführer. „Der geschlossene, als symmetrischer Monoblock konzipierte Vertikalschlitten, wurde mit vier Linearführungen
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bestückt und erlangt dadurch höchste Steifigkeit und Genauigkeit beim thermomechanischen Verhalten“, ergänzt Kai Förster.

Ebenso arbeitet man bei FPT ohne jegliche elektronische Kompensation. Dagegen sorgen vier Zugstangen im doppelwandig gegossenen Ständer, Hydrostatik im Maschinenbett, die Zugstangen im RAM und ein Hydraulikzylinder im Spindelkasten für eine Kompensation der Neigung. „Dieses System ist bei Weitem genauer als jede elektronische Kompensation“, ist Ing. Stefano Lenarduzzi überzeugt.

Hydrostatisch gedämpft fertigen

Ein weiteres Highlight sind sicherlich die vollhydrostatisch gedämpften Bohr- und Fräswerke SPIRIT – fünf Modelle bis 27.500 Nm Drehmoment mit Eilgängen von 25 m/min. Dabei gibt das Unternehmen 20 Jahre Garantie auf die bis 56 HRC geschmiedet und gehärteten Führungsbahnen. Das vollhydrostatisch gedämpfte System ist daher aufgrund nahezu keiner Vibrationen und einem guten Wärmeverhalten optimal für die Schwerzerspanung geeignet.

Ebenfalls hervorzuheben ist die Eigenentwicklung der hydrostatischen Gleitschuhe, die mit eigenen Quertaschen ausgerüstet sind. Dadurch reist der dünne Schmierfilm (Anm. 0,025 mm) nicht mehr ab. „All diese technischen Finessen kombiniert mit der speziellen Ausführung des
Sattels der SPIRIT, der den RAM gleichförmig auf allen vier Seiten umfasst, werden somit Werte hinsichtlich Eigensteifigkeit und Symmetrie der Extraklasse erreicht“, hebt Kai Förster hervor.

Österreich als wichtiger Markt

Aufgrund seiner guten Marktkenntnis bietet Kai Förster die Produkte und Lösungen von FPT natürlich auch in Österreich an. „Österreich ist technologisch hoch entwickelt und daher ein wichtiger Markt für FPT. Aufgrund der breiten Produktpalette sind zahlreiche Industriebetriebe potentielle Anwender. Erste Projekte konnten wir bereits erfolgreich umsetzen.“
FPT zeichnet hohe Fertigungstiefe und langjähriges Know-hows im Bereich der Herstellung großer, hochpräziser und komplexer Bohr- und Fräsmaschinen, sowie von Fräsköpfen und NC-Drehtischen aus.
Thinking Heads: Über 100 verschiedene Kopfsysteme stehen zur Verfügung wobei der stufenlos einstellbare Universalkopf TUPC mit Hirtverzahnung und patentiertem Klemmsystem sicherlich das Highlight darstellt.
Bei FPT werden bis auf Blechteile alle Komponenten hausintern gefertigt. Das garantiert höchste Flexibilität, Präzision und rasche Lieferzeiten.
Viel Wert legt man bei FPT auf Innovation, deshalb ist auch der Anteil an Forschung und Entwicklung mit rund 12 Prozent des Umsatzes bzw. 60 beschäftigten Personen sehr hoch.
Box in Box Konzept: Diese speziell, patentierte Konstruktion ermöglicht es dem Fräskopf sehr weit an den Boden bzw. Tisch heranzufahren, ohne dass ein aufwändiges Fundament nötig ist.


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Bohr- und Fräswerke, Großteilebearbeitung

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