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Groß, größer am größten

Die Firma Kinkele steht seit über 120 Jahren für die Herstellung und Montage komplexer industrieller Anforderungen. Als reiner Lohn- und Auftragsfertiger bietet Kinkele jedoch mehr – nämlich Know-how in der gesamten Herstellungskette: von der Beschaffung, über das Schweißen und Umformen, dem Zerspanen, dem Lackieren bis zum Montieren und das in Dimensionen, die dem Sprichwort groß, größer am größten auch gerecht werden.

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Der in Ochsenfurt (D) beheimatete Familienbetrieb Kinkele findet seinen Ursprung bereits 1885 als Landmaschinenschlosserei. In der vierten Generation führt Friedrich A. Kinkele heute das Unternehmen. Der engagierte Unternehmer hat den Betrieb in den letzten 30 Jahren auf das heutige Geschäftsfeld Auftragsfertigung bzw. Lohnfertigung spezialisiert. „Friedrich A. Kinkele ist so etwas wie der Motor des Unternehmens. Von früh morgens bis spät abends ist er laufend im Gespräch mit den verschiedenen Abteilungen - von der kaufmännischen Seite, der Technik bis hin zur Fertigung. Er ist in alle Unternehmensprozesse involviert und kennt die gestellten Anforderungen“, erklärt DI Steffen Schwerd MBM, Verkaufs-, Vertriebs- und Marketingleiter.

Der Geschäftsführer hat daher auch völliges Verständnis für strategische und kundenbindende Maßnahmen. Als Familienbetrieb ist man nicht vom Aktienkurs getrieben und kann so auch in schlechten Zeiten investieren und nachhaltig planen. „Ein solch positives Beispiel war unter anderem die Investition in einen Schweißroboter, der für einen Einzelteilfertiger nicht gerade typisch ist. Nach anfänglicher Verwunderung und Zweifel ist man jetzt nach eineinhalb Jahren Betrieb von der Entscheidung begeistert“, so Steffen Schwerd. Alleine in den letzten drei Jahren wurden EUR 20 Mio. in die Qualität und den Ausbau der Fertigung gesteckt. „Kinkele investiert sehr viel in die Zusammenarbeit mit den Kunden. Im Sinne der Technik werden bei uns oft mal ‚ein paar Euro`mehr verbaut, denn die Produkte die unsere Hallen verlassen, müssen technisch perfekt sein, eine ordentliche Qualität vorweisen und die geforderten Termine einhalten“, betont Steffen Schwerd die Philosophie des Unternehmens. Wo Kinkele drauf steht ist auch Kinkele drin
– ist nicht ohne Grund das Motto des Lohnfertigers.

Intelligente Branchenspezialisierung

Die Vielfalt der zu bedienenden, unterschiedlichen Branchen und Industriebereiche wie dem Maschinenbau oder Anlagenbau ist eine Herausforderung. Bei Kinkele wird das durch ein flexibles und lösungsorientiertes Team zur Umsetzung der komplexesten Aufgabenstellungen gelöst. „Wir haben uns auf rund 30 verschiedene Branchen spezialisiert. Für jede dieser Branchen ist bei uns ein eigener Spezialist verantwortlich, der einen Auftrag auch komplett übernehmen und betreuen kann. Vom Einkauf übers Schweißen, Zerspanen, Lackieren bis zur Endmontage kommt alles aus einer Hand. Somit gibt es für den Kunden eine Ansprechperson und daher sehr kurze Reaktionszeiten bei zusätzlichen Anfragen oder Anforderungen“, erläutert Steffen Schwerd die internen Prozesse.

Kinkele kann durch die spezielle Struktur seiner Kompetenzzentren schnell und flexibel auf gewisse Marktsituationen reagieren. „Momentan bilden die Bereiche Vakuumtechnik, Energietechnik und Werkzeugmaschinen unsere Hauptbranchen. Vor zwei Jahren waren dies noch die Fördertechnik oder die Automobilindustrie“, erklärt der Vertriebsexperte.

Auftragsabwicklung nach System

Kinkele verfügt über kein eigenes Engineering, sondern sieht sich als verlängerte Werkstatt für Unternehmen. Auf Grundlage einer übergebenen Zeichnung werden Angebote erstellt. In weiteren technischen Gesprächen werden die Anforderungen spezifiziert und durch ein Projektteam kosteneffizient umgesetzt. Auf diese Weise wird das Endprodukt termingetreu in hoher Qualität geliefert. „Wir haben viele Kunden mit nur 10 oder 15 Mitarbeitern – wie Engineering-Unternehmen, die über spezielles verfahrenstechnisches Know-how verfügen, jedoch keine eigene Fertigung haben. Die schicken uns ihre Zeichnungen und wir liefern die fertige Maschine“, erläutert
Steffen Schwerd die Abwicklung der Aufträge.

Einfach gesagt, aber natürlich müssen gerade bei einem Auftragsfertiger – wo das erste Werkstück meist das einzige dieser Art ist – viel Wissen und Erfahrung der Mitarbeiter in die Planung der Aufträge einfließen. Daher sind bei Kinkele in der internen Bearbeitung die Techniker noch nach Arbeitsbereichen in Teilespektrum, Materialsorten und Teiledimension gegliedert. Die Arbeitsvorbereitung prüft die Fertigungsunterlagen und erstellt Arbeits- und Materiallaufpläne. So erreicht Kinkele im Stahlbau und anderen Sektoren optimale und kostengünstige Fertigungszeiten. Eine strenge Qualitätssicherung und -kontrolle sorgt für exakt ausgeführte Arbeitsschritte.

Bei Kinkele sind zur Zeit 485 Mitarbeiter beschäftigt, davon alleine 112 Auszubildende. „Als Auftrags- und Sonderfertiger müssen wir unsere Mitarbeiter ganz speziell ausbilden. Wir fertigen oft nur ein Teil – das sofort stimmen muss. Mit dieser Systematik kommen Facharbeiter, die das nicht gewohnt sind, meist nicht zurecht“, unterstreicht der Vertriebsleiter den Stellenwert der eigenen Ausbildung.

Internationaler Vertrieb

Der Heimmarkt ist nach wie vor der wichtigste Umsatzträger für Kinkele. Aber auch die angrenzenden Länder – speziell im deutschsprachigen Raum – sind als Zielgruppe sehr interessant. In Österreich übernimmt diese Aufgabe Andreas Hagn. „Sobald es um komplexe Projekte mit höheren Genauigkeiten und kurzen Lieferzeiten geht, ist Kinkele speziell in Österreich der richtige Ansprechpartner“, weiß der Vertriebstechniker um das Marktpotenzial Bescheid. „Natürlich haben wir treue Kunden, die mit uns viele Projekte durchführen. Es gibt aber auch Firmen die nur alle fünf Jahre, z.B. mit dem Auftrag zur Fertigung einer speziellen Vorrichtung, zu uns kommen. Auch die können und wollen wir betreuen“,
ergänzt Andreas Hagn.

Kompetenz in der Groß-Zerspanung

Kinkele verfügt in der mechanischen Bearbeitung über modernste CNC-Technik zum Fräsen, Drehen, Bohren und Schleifen für faktisch alle Anforderungen. Dabei werden Bauteile und Baugruppen aus dem Maschinenbau und Anlagenbau mit der höchsten Genauigkeitsklasse bearbeitet. Die Zerspanung von Stahl, Edelstahl und Aluminium oder komplexer Werkstoffe wie zum Beispiel hitze- oder chemikalienresistenter Materialien sind möglich. Erfolgsgaranten der Qualität sind neben den gut ausgebildeten Facharbeitern auch die CNC-spanabhebenden, DNC-gesteuerten Maschinen mit externer Werkzeugvoreinstellung.

Insgesamt verfügt Kinkele über 30 CNC-Bearbeitungsmaschinen. „Auf unseren zahlreichen Fräsmaschinen kann man bis zu 22 m in einer Aufspannung Fräsen und Bohren“, erklärt Steffen Schwerd. Auch im Drehen bieten alleine drei CNC Karussell-Dreh-Fräsmaschinen Durchmesserbereiche bis 5.000 mm mit 3.000 mm Drehhöhe beeindruckende Möglichkeiten. Neun Bohrwerke runden das Fertigungsspektrum in der Zerspanung ab - alle CNC-gesteuert. Ein umfangreiches Werkzeugsortiment sowie diverse, aus der Erfahrung gewonnene Voreinstellungen führen zu einem Höchstmaß an Effektivität und Produktivität im Stahlbau, Apparatebau sowie Maschinenbau. Die gesamte Betriebsfläche erstreckt sich auf 75.000 m².

Gesamtpaket entscheidend

„Wir haben kein eigenes Produkt, somit können wir uns zu 100 Prozent auf unsere Kunden konzentrieren. Aufgrund unserer zahlreichen Groß-Zerspanungsmaschinen bekommen wir auch Aufträge, die wir im Schweißen oder in der Montage sonst nicht erhalten würden. Unsere Kunden sehen uns als Gesamtlösungsanbieter.“ Die Nische der Auftragsfertigung ist laut Steffen Schwerd sowohl in schlechten als auch in guten Zeiten konstant und permanent vorhanden. Die Komplexität der Aufträge hat sich bei Kinkele in den letzten Jahren geändert. „Wo es früher vielleicht
nur ein Schweißbauteil mit Zerspanung war, ist es heute die komplette Maschine inklusive Beschaffung“, begründet er die Umsatzverdoppelung der letzten sieben Jahre von Mio. 35 auf Mio. 72 EUR. Kein Wunder, denn täglich verlassen ca. 50 t Stahl als Einzelteile, Baugruppen oder komplette Maschinen das Werk in Ochsenfurt.

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