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Flexibilität beim Drahterodieren

Neben der Entwicklung von Produktinnovationen für die Bereiche Körperpflege, Haarpflege, Haushalt sowie Gesundheit und Wellness werden bei der Philips Austria GmbH in Klagenfurt Schlüsselkomponenten wie Schneideelemente für Bart- und Haarschneider, Epilierköpfe oder Schwingköpfe für elektrische Zahnbürsten produziert. Bereits seit 1981 setzt das Unternehmen dabei auf die Drahterosion. Anfang 2014 war das erklärte Ziel der Kärntner in eine neue, zukunftsweisende Technologie zu investieren. Die Wahl fiel schließlich auf die CUT 2000 S AWC von GF Machining Solutions.

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Die Drahterodiermaschine CUT 2000 S wurde speziell für Bearbeitungsaufgaben konzipiert, die einerseits eine hohe Genauigkeit und andererseits einen einwandfreien Oberflächenzustand erfordern.

Die Drahterodiermaschine CUT 2000 S wurde speziell für Bearbeitungsaufgaben...

Im Süden Österreichs, nahe des östlichen Ufers des Wörthersees – in einer typischen Fremdenverkehrsregion, welche mit dem Slogan „Urlaub bei Freunden“ wirbt – befindet sich in Klagenfurt der Standort der Philips Austria GmbH. 1962 gegründet und seit 1970 zum Philips Konzern gehörend, entwickelte sich aus dem ehemaligen Haushaltsgerätewerk eines der innovativsten Entwicklungszentren in Österreich, mit internationalem Kundenkreis. Die Kombination aus langjährigem Know-how, innovativen Konstruktionsmöglichkeiten, Rapid-Prototyping, hochpräzisen Fertigungsmöglichkeiten im Werkzeug- und Formenbau, bis hin zur Umsetzung modernster Produktionslösungen, zeichnen das Unternehmen aus.

In den drei Produktsegmenten Haushaltsgeräte, Körperpflege und Schlüsselkomponenten werden kontinuierlich neue Produkte entwickelt. Ein Team von 330 hochmotivierten und innovativen Technikern aus 14 Nationen entwickelt jährlich rund 25 neue Produkte, angefangen bei der Designstudie, über den Prototypenbau bis hin zum produktionsfertigen Werkzeug.

Drahterodieren seit 1981

Bereits seit 1981 wird bei Philips Austria drahterodiert, damals mit einer AGIE DEM 315. Zur damaligen Zeit eine revolutionäre Erodiermaschine in Bezug auf Präzision und Oberflächenqualität. In den 90iger-Jahren folgten die AC 200D + SF, und die AC 250HSS. Beides Erodiermaschinen, die eine kontinuierliche, innovative Entwicklung im Bereich der Drahterosion ermöglichten. Im Jahr 2001 investierte Philips Austria dann in die Highend-Drahterodieranlage AC Excellence 2. Bis heute produziert diese Stempel und Matrizen in Hartmetall in höchster Qualität.

Als Anfang
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Der innovative Drahtwechsler AWC wechselt den Drahtdurchmesser automatisch während der Bearbeitung.

Der innovative Drahtwechsler AWC wechselt den Drahtdurchmesser automatisch während...

2014 (nach 23 Jahren zuverlässigem Dienst) eine Nachfolgemaschine für die AC 200D + SF gesucht wurde, war das erklärte Ziel wieder in eine zukunftsweisende Technologie zu investieren. „Um uns den Entwicklungen am Markt nicht zu verschließen, verglichen wir bei Philips Austria Produkte verschiedener Anbieter. Wir ließen Vergleichsarbeiten machen, um den Benchmark im Drahterodieren zu erfassen. Technologien, wie auch Preise unterschieden sich zum Teil extrem“, erläutert Dipl.-Ing. Günther Freimuth, Manager Process Engineering bei Philips Austria, den Aufwand in der Evaluierungsphase.

Präzision und Oberflächenqualität überzeugten

Der Kaufentscheid fiel schließlich im Juni 2014 für die CUT 2000 S AWC von GF Machining Solutions. Ausschlaggebend waren die erzielte, hohe Präzision und Oberflächenqualität der Musterteile sowie die, im direkten Vergleich sehr guten, niedrigen Bearbeitungszeiten und viele funktionelle Features, wie AWO (automatische Drahtverschleisskompensation), AWC (automatisches Umschalten zwischen zwei Drahtsystemen), DuoTec (fertige Bearbeitungstechnologien für unterschiedliche Drahtdurchmesser), 3D-Setup (automatisches Ermitteln der Werkstückebene), integrierte Automatismen in der VISION-Control und weitere.

„Die CUT 2000 S AWC eröffnet eine neue Dimension in der Fertigungstechnik“, weiß Robin Manigatterer, Sales Manager bei GF Machining Solutions. „Das Zweidrahtsystem AWC in Verbindung mit den Duo-Technologien ermöglicht ein vollautomatisches Bearbeiten von Werkstücken mit unterschiedlichen Drahtdurchmessern (zum Beispiel Standarddraht mit D = 0,20 mm im Drahtsystem 1 und Feindraht bis D = 0,05 mm im Drahtsystem 2). AWC ist ein absolutes Highlight, wenn es darum geht, auf Werkstücken minimale Innen-/
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v.l.n.r.: Christian Wigoutschnig (Operator WEDM), Dipl.-Ing. Manfred Ladurner (Senior Manager Key Component Manufacturing), Erich Tropper (Operator WEDM), Dipl.-Ing. Günther Freimuth (Manager Process Engineering).

v.l.n.r.: Christian Wigoutschnig (Operator WEDM), Dipl.-Ing. Manfred Ladurner...

Eckenradien in optimaler Zeit zu erzielen.“ Von diesen kleinen Eckenradien gibt es bei Philips Austria bei einigen Werkzeugen sehr viele, wie beispielsweise beim Prägewerkzeug für Schneidklingen. „Ausgerüstet mit Draht D = 0,20 mm auf dem System 1 und Draht D = 0,10 mm auf dem System 2 ermöglicht die CUT 2000 S AWC eine, bis heute nicht gekannte Flexibilität und Produktivität in der Drahterosion", so Manigatterer weiter.

„Im direkten Vergleich zu den Drahterodiermaschinen vor der CUT 2000 S konnten wir an vielen Werkzeugen die Fertigungszeiten um über 30 % reduzieren“, erläutert Dipl.-Ing. Günther Freimuth die ersten Erfahrungen zur Produktivität der CUT 2000 S AWC. Denn was früher bereits ab dem Hauptschnitt mit dem kleineren Drahtdurchmesser geschnitten werden musste, kann heute mit Draht D = 0,20 mm vorgeschnitten werden. Für die folgenden Nachschnitte wird automatisch (über die Technologieauswahl DuoTec) der dünnere Draht eingeschwenkt – ohne Bedienereingriff.

Die Kombination macht den Unterschied

Egal ob Bearbeitungen in Stahl oder Hartmetall, das Technologiespektrum der CUT 2000 S AWC reicht bis zu Oberflächenqualitäten von Ra = 0,10 µm und Werkstückhöhen bis zu 100 mm. Und nebenbei fertigt sie mit hoher Präzision. Das duale Messsystem ist ein Garant für höchste Genauigkeit im Raum und am Teil. So verweist Christian Wigoutschnig, Operator WEDM auf eine interessante Erkenntnis: „Konnten früher schlecht aufgelöste CAD-Konturen gelegentlich vernachlässigt werden, so wird heute jedes Geometrieelement in einer bis dahin nicht gekannten Detailtreue abgebildet. Bei einer Oberflächenrauheit von Ra =
0,10 µm können sogar Konturübergänge von wenigen Micrometern als optische Unregelmäßigkeit am Werkstück gesehen werden“.

Es ist aber nicht nur die Technik, die überzeugen muss: GF Machining Solutions ist laut Freimuth ein langjähriger, kompetenter Partner von Philips Austria, indem es das Unternehmen dabei unterstützt, den hohen Ansprüchen des Marktes gerecht zu werden und dabei alles bietet, was eine erfolgreiche Zusammenarbeit ausmacht.

Die Drahterodiermaschine CUT 2000 S wurde speziell für Bearbeitungsaufgaben konzipiert, die einerseits eine hohe Genauigkeit und andererseits einen einwandfreien Oberflächenzustand erfordern.
Der innovative Drahtwechsler AWC wechselt den Drahtdurchmesser automatisch während der Bearbeitung.
v.l.n.r.: Christian Wigoutschnig (Operator WEDM), Dipl.-Ing. Manfred Ladurner (Senior Manager Key Component Manufacturing), Erich Tropper (Operator WEDM), Dipl.-Ing. Günther Freimuth (Manager Process Engineering).
Unter anderem produziert die Philips Austria GmbH Schlüsselkomponenten wie Schneideelemente für Langhaarschneider oder Epilierköpfe.
Pro Jahr werden 36 Mio. Stück Scherköpfe produziert. Das entspricht einer Tagesproduktion von ca. 100.000 Stück.
Daraus resultieren enorme Stückzahlen für die erforderlichen Einzelteile. Beispielsweise werden nur für die Herstellung der Epilierköpfe monatlich 2,8 Mio. Pinzetten-Scheiben gestanzt.
Eine derart hohe Stückzahl an Präzisionsteilen erreicht man nur mit Werkzeugen in höchster Oberflächenqualität und reproduzierbarer Genauigkeit. Stempel und Matrizen werden aus Hartmetall drahterodiert.
Mehrfachwerkzeug für Schwingelement in einer elektrischen Zahnbürste.



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