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Feinschliff für Tiefziehwerkzeuge

: Danobat Overbeck


In der Fertigung von Werkzeugen und Betriebsmitteln für die Herstellung von Tiefziehteilen geht man bei der Mark Metallwarenfabrik GmbH bei der Qualität keine Kompromisse ein. Für Konturparalleles Schleifen und Radiusschleifen setzt das Unternehmen auf zwei IRD-400 Innen-, Außen- und Radiusschleifmaschinen von Danobat-Overbeck, die in Österreich von der H. Sukopp GmbH vertreten wird. Autor: Georg Schöpf / x-technik

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Die IRD-400 ist eine kompakte Hochpräzisions-Schleifmaschine mit schwenkbarem Werkzeugspindelstock.

Die IRD-400 ist eine kompakte Hochpräzisions-Schleifmaschine mit schwenkbarem...

Als Rudolf Mark im Jahre 1920 sein Unternehmen gegründet hat, hätte er sich wohl nicht träumen lassen, was für ein Betrieb knapp 100 Jahre danach noch immer seinen Namen tragen würde. Begonnen hat alles mit der Herstellung von Nieten und Ösen für die Schuhindustrie. Seither hat sich viel verändert. Allein am Hauptstandort im oberösterreichischen Spital am Pyhrn sind mittlerweile etwa 350 Mitarbeiter beschäftigt.

Seit jeher steht das Tiefziehen von Präzisionsteilen im Vordergrund. Im Laufe der Jahre wurde das Produktspektrum stetig erweitert. Heute zählt vor allem der Automotivbereich zu den stärksten Betätigungsfeldern des oberösterreichischen Traditionsunternehmens. „Im Umfeld deutscher Automobilhersteller gibt es kein einziges Fahrzeug, in dem nicht Teile aus unserem Hause verbaut sind“, betont Johann Retschitzegger, Bereichsleiter Schleifen bei Mark und er ergänzt: „Allerdings bekommt man diese Teile meist nicht zu sehen, weil sie immer Teil einer Komponente, oder einer größeren Baugruppe sind.“

Breit aufgestellt

Über 700 verschiedene Artikel für unterschiedlichste Branchen befinden sich im Lieferprogramm der Tiefziehexperten. Neben der Automobilbranche zählen auch Unternehmen aus den Bereichen Medizintechnik, Elektrotechnik, Elektronik, Bau- und Konsumgüterindustrie zum Kundenkreis der Oberösterreicher.

Die Produktion erfolgt in der Regel in vollautomatisierten Fertigungsanlagen
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Der schwenkbare Werkstückspindelstock erlaubt eine 3-Achs Interpolation für das Bearbeiten verschiedener Radien ohne manuellen Drehpunktsetup.

Der schwenkbare Werkstückspindelstock erlaubt eine 3-Achs Interpolation für...

mit Transferpressen und Folgeverbundwerkzeugen. Die erforderlichen Werkzeuge werden im Hause hergestellt, regelmäßig gewartet und überarbeitet. „Kontinuierliche Wartung der Werkzeuge und Anlagen ist eine Grundvoraussetzung für einen reibungslosen Ablauf“, erklärt Retschitzegger und ergänzt: „Bei uns laufen die Maschinen rund um die Uhr. Um dem anfallenden Wartungsaufkommen gerecht zu werden haben wir eine eigene mechanische Fertigung, in der 35 Mitarbeiter im Dreischichtbetrieb für eine reibungslose Betriebsmittelbereitstellung sorgen.“

Feinste Oberflächen

In diesem Bereich sind sämtliche Disziplinen der zerspanenden Fertigung vertreten. Ein wichtiges Thema für die Bearbeitung von Tiefziehwerkzeugen ist das Schleifen. „Wir benötigen bei unseren Ziehmatrizen und Ziehstempeln größtmögliche Maßhaltigkeit und Oberflächengüte. Standardmäßig sprechen wir dabei von Rauigkeiten im Bereich von Rz = 0,8 bis 1,2. Im Polierprozess sogar eine Rz von 0,2. Das lässt sich nur mit Schleifoperationen bewerkstelligen“, weiß Retschitzegger. „Früher wurden bei uns sämtliche erforderliche Radien bei Matrizen und Stempeln von Hand geschliffen. 2006 haben wir dann entschieden, diesen Vorgang mit einer Maschine zu unterstützen“, so der Bereichsleiter weiter.

Im Januar 2007 wurde bei Mark schließlich die erste Danobat-Overbeck IRD-400 Außen-, Innen- und Radiusschleifmaschine in Betrieb genommen. In der Auswahl hat sich die Maschine im Wesentlichen durch hohe Flexibilität und einfaches Teilehandling hervorgetan.

Mit einem Verfahrweg von je 450 mm in X- und Z-Achse, sowie einem Spektrum von +91° bis -15° in
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Der Spindelrevolver kann bis zu vier Schleifspindeln und einen Messtaster aufnehmen.

Der Spindelrevolver kann bis zu vier Schleifspindeln und einen Messtaster aufnehmen.

der B-Achse bot die Maschine genau die erforderliche Bearbeitungsbandbreite. „Durch die gesteuerte C-Achse und den schwenkbaren Werkstückspindelstock sind auch Schleifoperationen wie Exzenter- und Profilschleifen problemlos möglich. Dafür verfügt die IRD 400 über vordefinierte Programme für verschiedene Unrundschleifprofile, die in der Siemens Sinumerik 840D Steuerung aber auch problemlos angepasst oder umprogrammiert werden können“, weiß Markus Krüger, Vertriebsleiter Österreich der Danobatgroup. „Eine automatisch kompensierte Abrichteinheit sorgt für gleichmäßige Schnittigkeit der Schleifmittel, sowie eine Schnittkraftüberwachung für das Einhalten der definierten Bearbeitungsparameter“, führt er weiter aus.

Über eine Sondersoftware ist auch eine 3-Achs Interpolation für das Bearbeiten von verschiedenen Radien ohne manuellen Setup des Drehpunktes möglich. Die Maschine verfügt über einen Spindelrevolver mit bis zu vier Schleifspindeln und ist zusätzlich mit einem Messtaster für eine prozessintegrierte Werkstückkontrolle ausgestattet.

Reproduziergenauigkeit gefordert

Da auf den Tiefziehmaschinen bei Mark meist in Losgrößen von mehreren hunderttausend Stück produziert wird, ist eine gleichmäßige Werkzeugqualität unabdingbar. „Ganz wichtig ist uns neben der Präzision bei Erstteilen auch die Reproduziergenauigkeit bei Ersatzwerkzeugen. Das ist nötig, damit beim Ersetzen von Werkzeugelementen auf den Produktionsmaschinen der Prozess nicht neu abgestimmt werden muss“, geht Retschitzegger ins Detail.

Die Maschine, die im Wesentlichen für konturparalleles Schleifen und interpolierendes Radiusschleifen
verwendet wird, stieß trotz Dreischichtbetrieb im letzten Jahr an ihre Kapazitätsgrenzen. Darum wurde im Februar dieses Jahres eine weitere IRD-400 in Betrieb genommen. Da es sich um eine reine Kapazitätserweiterung handelte, war die Zielsetzung, mit möglichst wenig Integrationsaufwand den Durchsatz zu verbessern. Darum wurde auch eine Maschine des gleichen Typs gewählt. „Natürlich wurde die neue Maschine technisch weiter optimiert und das Design modernisiert. Aber zu 70 % ist es dieselbe Maschine. Dadurch können die Bearbeitungsoperationen eins zu eins übernommen werden und alle Bediener sind mit der Technik vertraut“, erklärt Krüger.

Produktivität im Vordergrund

Auch bei der Anordnung der Maschinen im Betrieb wurde das Hauptaugenmerk auf die Produktivität gelegt. So wurde die neue Maschine direkt gegenüber der bestehenden IRD-400 angeordnet. Dadurch ist es möglich, dass ein Bediener beide Maschinen im direkten Überblick halten kann. Bei stark unterschiedlichen Bearbeitungszeiten der einzelnen Teile ein klarer logistischer Vorteil. „Herausragend ist bei beiden Maschinen vor allem die Wiederholgenauigkeit“, meint der Vertriebsleiter, der diesen Umstand im Wesentlichen einem, wie er es ausdrückt, „perfekten Temperaturmanagement“ zuschreibt.

„Die Firma Mark ist ein Anwender, bei dem die IRD-400 ihre Flexibilität, Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit voll zur Geltung bringen kann. In 30.000 Betriebsstunden wurde lediglich ein einziges Mal eine Kontrollwartung durchgeführt. Und das auch nur um sicherzugehen, dass alles in Ordnung ist“, fasst Krüger abschließend zusammen.

Die IRD-400 ist eine kompakte Hochpräzisions-Schleifmaschine mit schwenkbarem Werkzeugspindelstock.
Der schwenkbare Werkstückspindelstock erlaubt eine 3-Achs Interpolation für das Bearbeiten verschiedener Radien ohne manuellen Drehpunktsetup.
Der Spindelrevolver kann bis zu vier Schleifspindeln und einen Messtaster aufnehmen.
Die direkt gegenüberliegende Anordnung beider IRD-400 ermöglicht eine wirtschaftliche Zweimaschinenbedienung.
Für höchstmögliche Oberflächengüten werden die Radien im Anschluss an die Schleifoperationen von Hand nachpoliert.
Höchste Präzision bei der Herstellung der Tiefziehwerkzeuge ist Voraussetzung für bestmögliche Werkstückqualität, rechts die fertige ABS/ESP-Hülse.
Mark hat in den 1960ern als Erfinder der Skischuhschnalle den Skisport revolutioniert.


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