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Die Krise als Chance

: Mazak


Not macht bekanntlich erfinderisch. Die Corona-Krise offensichtlich ebenso, wie u. a. der japanische Werkzeugmaschinenhersteller Yamazaki Mazak beweist. Dieser setzte in der Hochphase der Krise auf digitale Maschinenvorführungen mit AR-Technologie, um mit den Kunden zu interagieren. Bei internen Meetings wurde ebenfalls vermehrt auf Remote-Sessions umgestellt, wie Florian König, Niederlassungsleiter von Mazak Österreich, erzählt.

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„Wir betrachteten die Krise als „Chance“ und begannen damit, „digitaler“ zu werden. Das spiegelte sich u. a. in digitalen Maschinenpräsentationen mit AR-Technologie wider. An diesen werden wir auch in Zukunft festhalten und generell das interaktive Angebot für Kunden weiter ausbauen.“ Florian König, Niederlassungsleiter von Mazak Österreich

„Wir betrachteten die Krise als „Chance“ und begannen damit, „digitaler“...

Inwiefern könnte die Corona-Krise Ihr Unternehmen nachhaltig verändern? Z. B. Umdenken bei der Ausgestaltung der Lieferketten, Lagerhaltung, Homeoffice, weniger Reisetätigkeit, mehr Remote-Aktivitäten etc.

Wir betrachteten die Krise als „Chance“ und begannen damit, „digitaler“ zu werden: Das spiegelte sich u. a. in digitalen Maschinenpräsentationen mit AR-Technologie wider. An diesen werden wir auch in Zukunft festhalten und generell das interaktive Angebot für Kunden weiter ausbauen. Die erste Vorstellungsreihe wurde sehr gut angenommen und nun stehen neue Slots zur Verfügung, in denen unsere Kunden Maschinen ganz bequem aus ihrem gewohnten Umfeld digital erleben können. So einfach war die Reise in unsere Technologiezentren noch nie!

Was ebenfalls umgestellt wurde: Jetzt gibt es weniger Dienstreisen und mehr Remote-Sessions bei internen Meetings.

Führte die Corona-Krise in Ihrem Unternehmen zu einer Änderung der Lieferantenstrategie? Wenn ja, was ist jetzt anders?

Bei diesem Punkt können wir stolz auf bzw. dankbar für unsere hohe Fertigungstiefe sein. Hinzu kommt die Tatsache, dass unsere Kollegen
in den Fertigungsstätten Erdbeben- und Naturkatastrophen-erprobt sind und mit derart herausfordernden Situationen professionell umgehen können.

Ist die wirtschaftliche Talsohle bereits durchschritten?

Wir befürchten, nein. Die Produktion bei einigen Kunden ist noch nicht wieder auf „Normalbetrieb“. Viele Unternehmen machen weiterhin starke Kurzarbeit und persönliche Kontakte sind – und bleiben angesichts der erneut steigenden Infektionszahlen und der Deklarierung von Risikogebieten – nur eingeschränkt möglich.

Was würden Sie bei einer zweiten Welle bzw. einem zweiten Lockdown machen?

Wir haben aus dem Lockdown gelernt und sind sensibilisiert. Das bedeutet: Abstand wird gehalten und auch die Hygienemaßnahmen werden streng eingehalten. Unser Außendienst setzt nun digitale Kommunikationsmöglichkeiten stärker ein als vor Ausbreitung der Pandemie.

Als Familienunternehmen, das für langjährige Kundenbeziehungen bekannt ist, ist uns vor allem daran gelegen, auch in herausfordernden Zeiten ein verlässlicher, zukunftsorientierter Partner zu sein. Wir gehen individuell auf unsere Kunden ein und liefern ihnen weiterhin passende Lösungen. Wobei wir von Glück reden können, dass unsere Kollegen in Japan sehr krisensicher sind und wir demnach mit keinerlei Produktionsausfällen zu kämpfen
hatten.

Welche Krise erleb(t)en Sie als herausfordernder – die Finanzkrise 2008/2009 oder die „Corona-Krise“? Warum?

Die Wirtschaft ist dieses Mal weitaus stärker betroffen als je zuvor. Allein schon aufgrund der gesundheitlichen Gefahr stellt Corona eine größere Herausforderung dar.

Wer sind Ihrer Meinung nach die größten Krisengewinner bzw. Krisenverlierer?

Gewinner sind all jene, die Chancen erkennen in dieser herausfordernden Situation. Die Digitalisierung wird vorangetrieben und neue Vertriebsansätze sowie Strategien sind im Entstehen. Es macht unheimlich viel Spaß, neue Erfolge verzeichnen zu können und permanent dazuzulernen.



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Branche Aktuell, Corona-Krise

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