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Auf den (Fräs)-Kopf kommt´s an

: Bimatec Soraluce


Wer als Formen- und Werkzeugbauer in der Automobilbranche langfristig Erfolg haben will, steht täglich vor großen Herausforderungen: Hoher Qualitätsdruck, strikte Einhaltung der Zeit- und Kostenvorgaben – und das bei meist recht komplexen Werkstücken. Die schwäbische Firma Weiß setzt daher in der Fertigung auf die flexiblen, dynamischen und leistungsstarken Fräsmaschinen von Bimatec-Soraluce.

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Die neue Soraluce Fahrständer-Fräsmaschine FS 10.000 von Bimatec-Soraluce erhöht die Flexibilität bei der Fertigung von 3D-Formen enorm.

Die neue Soraluce Fahrständer-Fräsmaschine FS 10.000 von Bimatec-Soraluce...

Relativ jung ist das Metallbau-Unternehmen Weiß, das vor 16 Jahren von zwei Zerspanungsprofis gegründet wurde. Von Beginn an im anspruchsvollen Werkzeug- und Formenbau tätig, erläutert Karlheinz Weiß, geschäftsführender Gesellschafter der Weiß Metallbau GmbH, die Anforderungen an Werkzeugmaschinen für den Formenbau: „Besonders bei der Zerspanung von gehärteten Stahl- und Gusswerkstoffen sind hohe dynamische Steifigkeit, thermische Stabilität und Dynamik gefordert sowie eine hohe Verfügbarkeit der Maschine. Nur dann können wir unsere Werkstücke präzise, pünktlich und wirtschaftlich fertigen.“

Um diese Anforderungen zu erfüllen, musste ein verlässlicher Lieferant gefunden werden, der sich im rund 200 Kilometer entfernten Limburg herauskristallisierte: Die Bimatec-Soraluce Frästechnologie GmbH, die ausschließlich auf große Bett-, Starrbett sowie Fahrständerfräsmaschinen spezialisiert ist. Im Jahr 1997 kaufte Weiß die erste Soraluce-Maschine, mittlerweile sind es sieben geworden, die laut Weiß zur vollsten Zufriedenheit praktisch rund um die Uhr arbeiten. Hergestellt werden vorwiegend Werkzeuge zur Blechteilherstellung für die Automobilindustrie und ihre Zulieferunternehmen. Heute ist Weiß bei vielen Automobilherstellern (u.a. bei Audi, Lamborghini) Vorzugslieferant. Diesen Status hat sich der 21-köpfige Lohnfertiger in den letzten Jahren kontinuierlich mit viel Fleiß und hohem technischem Fachwissen aufgebaut.

Fertigte man bei Weiß bis vor wenigen Jahren vorrangig Formen aus Aluminium für den Prototypenbau, so wurde mittlerweile auf das Fertigen von Serienwerkzeugen aus Stahl- und Gusswerkstoffen umgestellt. „Die Genauigkeit von Prototyp-Werkzeugen liegen bei zwei, drei Zehntel Millimeter, die
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Werkstückgewichte bis 32.000 kg können bearbeitet werden.

Werkstückgewichte bis 32.000 kg können bearbeitet werden.

Toleranzen für Serienwerkzeuge sind da sehr viel enger und zwar drei bis vier Hundertstel — die Passungen ebenfalls präziser“, verdeutlicht Harald Pezzi, technischer Leiter bei Weiß, den Unterschied.

Hoher Qualitätsdruck, strikte Einhaltung der Zeit- und Kostenvorgaben – und das bei meist recht komplexen Werkstücken, so sieht der Alltag bei Weiß in der Fertigung aus. Durch die ständige Bearbeitung von unterschiedlichen Werkzeugteilen, Pressformen und ganzen Werkzeugsätzen mit Werkstückgewichten bis 32.000 kg werden schwierigste und höchst präzise 3D-Bearbeitungen durchgeführt.

Neue High-Speed-Maschine

Um immer vorne mit dabei zu sein, bedarf es flexibler, dynamischer und leistungsstarker Maschinen. Als Partner für die Fräsbearbeitung setzt man dabei auf Werkzeugmaschinen von Bimatec-Soraluce. Die aktuellen „Neuen“ sind eine Fahrständerfräsmaschine FS 10.000 und eine Hochgeschwindigkeits-Fahrständerfräsmaschine mit Linearantrieb der Baureihe FV–HSC, mit der man bereits seit sechs Monaten sehr zufrieden stellend Karosseriebauteile aus Aluminium für den neuen Lamborghini bearbeitet. Geschäftsführer Weiß und Fertigungsleiter Pezzi sind unisono der Meinung: „Die Präzision, die umsetzbare Beschleunigung und die Einsatzmöglichkeiten der Maschine überzeugten uns von Anfang an. Durch die erreichbaren Oberflächengüten bei hoher Dynamik in der 3D-Bearbeitung
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Der Formen- und Werkzeugbauer Weiß stellt vorwiegend Werkzeuge zur Blechteilherstellung für die Automobilindustrie und ihre Zulieferunternehmen her.

Der Formen- und Werkzeugbauer Weiß stellt vorwiegend Werkzeuge zur Blechteilherstellung...

in Verbindung mit dem 5-Achs-Fräskopf erreichen wir Ergebnisse, die eine Nachbearbeitung auf ein Minimum reduzieren.“

Gemeinsame Entwicklung und Praxistests

Bimatec-Soraluce hat die neue Maschine, wie auch bereits zwei andere Fräsmaschinen in der Vergangenheit, gemeinsam mit Weiß entwickelt, um den hohen Praxisanforderungen eines Werkzeug- und Formenbauers zu genügen. Die produktive Testphase soll insgesamt zwei Jahre dauern, danach ist die allgemeine Markeinführung geplant.

Die neuentwickelte Fahrständerfräsmaschine FV-HSC bietet Verfahrwege von X/Y/Z 6.000 x 2.500 x 1.200 mm und ist die erste ihrer Bauart und Größe, die einen Linearantrieb in der X- und Y Achse besitzt. Zusätzlich verfügt die FV-HSC über einen neuen 5-Achs-Fräskopf, der mit einem Torque Antrieb ausgestattet wurde. Es werden Vorschubgeschwindigkeiten von 60 m/min und eine Beschleunigung von 4,5 m/s2 bei einer Konturbearbeitung erreicht, obwohl ein 8.000 kg schwerer Fräsständer aus Guss bewegt werden muss.

Bemerkenswert ist auch die Bauweise der Maschine. Eine komplette Gusskonstruktion garantiert eine hohe Stabilität. Spielfreie Linearwälzführungen und ein thermosymmetrischer Aufbau des Ständers in Verbindung mit dem Vertikalschlitten, stehen für höchste Genauigkeit.

„Einzigartig“, so die Meinung aus dem Hause Bimatec-Soraluce, ist auch der neue Gyroskopische Fräskopf
mit 2-simultan schwenkenden Achsen. Mit dem im Fräskopf integrierten mechanischen Hauptspindelmotor mit 40 kW Antriebsleistung, Drehzahlbereich bis 8.000 min-1 und einem Drehmoment von 204 Nm werden alle in der Praxis geforderten Wünsche für die HSC-Schrupp- und Schlichtbearbeitung erfüllt. Für hohe Beschleunigung und genaue Positionierung beim Schwenken stehen die wassergekühlten Torque-Motoren mit integrierten Messsystemen. Um bei der Zerspanung flexibel zu sein, steht ein automatisches Kopfwechselsystem zur Verfügung. Hierdurch lassen sich weitere stufenlose schwenkende Fräsköpfe mit Drehzahlen bis 28.000 min-1 vollautomatisch einwechseln.

„Knackpunkt“ Fräskopf und Service

„Worauf wir besonders stolz sind, ist die schnelle Austauschbarkeit unserer Fräsköpfe im Crash, Wartungs- oder Reparaturfall. Mit den aktuell 36 verfügbaren Leihköpfen können wir sehr schnell reagieren und garantieren unseren Kunden, dass sie innerhalb von 24 Stunden weiter produzieren können. Der Original-Fräskopf wird zwischenzeitlich bei uns repariert und getestet. Gerade bei kleinen Betrieben, wo ein längerer Stillstand sehr teure Folgen haben kann, ist dieses Service ein zugkräftiges Kaufargument“, sagt Andreas Lindner, Geschäftsführer bei Bimatec.


Überhaupt setzt Bimatec-Soraluce sehr stark auf ein sichtbar „gelebtes“ und bestens funktionierendes After-Sales-Service. So unterhält man in Deutschland ein Ersatzteillager im Wert von über EUR 3 Mio. In den Maschinen setzt Bimatec 70 Prozent deutsche Qualitätsbauteile ein, die im Schadensfall direkt vom Hersteller oder von Limburg sehr schnell geliefert werden können. Insgesamt stehen 36 Servicetechniker zur Verfügung, die man per GPS jederzeit orten kann. Egal wo der Anwender seinen Firmensitz hat, „wenn´s brennt“ sieht die Hotline-Mannschaft sofort auf einem Bildschirm, welcher Servicetechniker in der Nähe des Kunden ist und
die Servicemannschaft ist nicht nur täglich von früh bis spät, sondern auch am Wochenende und Feiertagen erreichbar — wo gibt´s das sonst noch?“, meint Lindner nicht ohne Stolz.

Dieses Engagement erzeugt bei den zahlreichen Kunden, die mittlerweile auf insgesamt 800 Maschinen arbeiten, ordentlich Eindruck. In Österreich hat Bimatec eine Servicestation in Graz, „weil da in der näheren Umgebung derzeit 20 Firmen mit unseren Fräsmaschinen arbeiten“, sagt Lindner. Überhaupt ist Österreich der zweitwichtigste Markt nach Deutschland, weshalb man hier noch sehr viel Potential ortet. Vor allem im hierzulande innovativen und stark vertretenen Maschinen- sowie Werkzeug- und Formenbau, der die Dömane der Soraluce-Fräsmaschinen darstellt. „Wir setzen stark auf die vielen kleinen und mittelständischen Kunden, wovon 80 Prozent mindestens zwei Maschinen von uns einsetzen. Und unserem kleinsten Kunden, einem Zwei-Mann-Betrieb, haben wir vor kurzem eine 16-Meter-Maschine ausgeliefert. Und gerade da zählt ein schnell arbeitendes und verlässliches After-Sales-Service besonders.“
Die neue Soraluce Fahrständer-Fräsmaschine FS 10.000 von Bimatec-Soraluce erhöht die Flexibilität bei der Fertigung von 3D-Formen enorm.
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